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Erbschaftssteuer und Risikolebensversicherung - Richtige Gestaltung bei nichtehelicher Lebensgemeinschaft

Richtige Gestaltung bei nichtehelicher Lebensgemeinschaft: Viele Menschen treffen Vorsorge für ihre Angehörigen durch den Abschluss von Risikolebensversicherungen. Der Versicherungsnehmer vereinbart im Versicherungsvertrag mit dem Versicherungsunternehmen, dass im Fall seines Todes entweder seine Erben oder eine von ihm genau benannte Person eine bestimmte Versicherungssumme erhalten.

 

Paare ohne Trauschein müssen hier aber aufpassen!

Versicherungsleistungen, die aufgrund eines Todesfalles gezahlt werden, sind erbschaftssteuerpflichtig.

Für unverheiratete Paare beträgt der Steuerfreibetrag nur 20.000 Euro.

Die darüber hinaus gehenden Beträge werden versteuert. Der Steuersatz beträgt 30 %.

 

Beispiel:

Zahlt die Versicherung des Verstorbenenz. B. 50.000 € an dessen nichteheliche Lebensgefährtin, muss diese nach Abzug des Freibetrages 30 % von 30.000 €, also 9.000 € Erbschaftssteuer an das Finanzamt zahlen.

 

Diese steuerliche Belastung lässt sich durch eine richtige Gestaltung des Versicherungsvertrages vermeiden. Anders als bei einer Lebensversicherung üblich, schließt derjenige die Lebensversicherung ab, der im Todesfall das Geld bekommen soll. Er versichert nicht sein Leben, sondern das seines Partners. Stirbt jener, bekommt er das Geld steuerfrei.

 

Beispiel:

Ein Mann möchte, dass seine nicht mit ihm verheiratete Lebensgefährtin im Falle

seines Todes 100.000 € bekommt. Nicht der Mann, sondern die Frau schließt einen

Versicherungsvertrag ab; versicherte Person ist der Mann, Versicherungsnehmerin

die Frau. Stirbt der Mann, zahlt die Versicherung an die Frau steuerfrei. Wichtig ist,

dass die Frau die Beiträge bezahlt, da es sich sonst in Höhe der Beiträge wieder um

eine steuerpflichtige Schenkung des Mannes an die Frau handelt, für die allerdings

auch der Freibetrag von 20.000 Euro in zehn Jahren gilt.